Katholische Kindertageseinrichtungen Hochsauerland-Waldeck gGmbh
Kath. Kindertageseinrichtung / Familienzentrum St. Marien
Headerimage Siegerland-Südsauerland
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Erste Schritte in der Kita

Kennenlernen

Unser wichtigstes Ziel ist, dass die Kinder gerne zu uns kommen und sich wohl fühlen. Deshalb gestalten wir den Übergang vom Elternhaus in den Kindergarten sehr behutsam und in enger Absprache mit den Eltern.

Kennenlernnachmittage

Ab Februar jeden Jahres bieten wir für alle Familien mit Kindern von 1-6 Jahren jeden dritten Mittwochnachmittag im Monat von 14.30–16.00 Uhr zum Kennenlernen an.

An diesen Nachmittagen können Sie und Ihr Kind die Einrichtung näher erkunden, Kontakte zu anderen Familien knüpfen und unsere Räumlichkeiten/Materialien zum Spielen nutzen. Kurz vor der Aufnahme in unsere Kindertageseinrichtung erhält ihr Kind ein Kindergartenzeichen (für Garderobe, Handtuch etc.) und es können nach Wunsch Vormittage zum Kennenlernen genutzt werden.

Aufnahme und Eingewöhnung

Die Aufnahme erfolgt an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen, damit Ihrem Kind die Eingewöhnung leichter fällt und wir individueller auf es eingehen können. Durch die intensive Einbeziehung der Eltern in der Eingewöhnungsphase wird die Basis für die beginnende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft gelegt. Die Eingewöhnung erfolgt in Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell.

 

Berliner Eingewöhnungsmodell – Die ersten Tage im Kindergarten

Eine Fremde Umgebung oder fremde Personen? Was Erwachsene mitunter als Stresssituation erleben, überfordert auch so manches Kind beim Übergang aus der familiären Situation in die Kita.

Mit Hilfe des „Berliner Eingewöhnungsmodells“ beziehen wir Eltern, oder eine andere, dem Kind vertraute Bezugsperson bewusst und eng in die Eingewöhnung mit ein. Dieses ist für das Wohlbefinden und die weitere Entwicklung des Kindes von entscheidender Bedeutung

Worum geht es in der Eingewöhnungszeit?

Kinder bauen in den ersten Lebensmonaten besondere Beziehungen, Bindungsbeziehungen, zu den Personen ihrer engsten Umgebung auf – Bindung als ein gefühltes Band zwischen dem Kinde und seinen engsten Bezugspersonen. Besonders in Stresssituationen (wie sie die erste Zeit in der Kita darstellt) benötigen Kinder die Anwesenheit und Verlässlichkeit ihrer Bindungspersonen um ihr inneres Gleichgewicht halten oder wiederherstellen zu können. – Die ELTERN sind ihre sichere Basis.

Wie können Sie als Eltern helfen?

Hier genügt oft schon die bloße Anwesenheit im Raum, um Ihrem Kind eine sichere Basis zu geben. Es hat einen Menschen, der ihm vertraut ist und zu dem es sich jederzeit zurückziehen kann wenn es sich überfordert fühlt.

Was bedeutet Ihre Anwesenheit für Ihr Kind?

Eltern sind die Bindungspersonen des Kindes, die das frühkindliche Lernen unterstützen und absichern. Kinder lernen auf ihre eigene Weise die neue Umgebung am schnellsten kennen. Sie nutzen allerdings in den ersten Tagen/Wochen Vater oder Mutter immer wieder als sichere Basis, zu der sie sich zurückziehen können, wenn mal etwas Unerwartetes passiert und sie, egal aus welchem Grund, das Gefühl haben, Unterstützung zu brauchen. Je nachdem, wie stark das Kind beunruhigt war, findet es im Körperkontakt mit der Bindungsperson oder durch Augenkontakt sein inneres Gleichgewicht wieder. Meist setzt das Kind dann schon nach einem kurzen Moment den Erkundungsgang weiter fort. Sie sollten ihr Kind auf keinen Fall drängen, sich wieder zu lösen!

Ohne die Anwesenheit der Eltern werden viele Kinder passiv und ziehen sich zurück. Mit Ihrer Unterstützung baut Ihr Kind in kurzer Zeit eine bindungsähnliche Beziehung zu der Erzieherin auf, so dass diese die Funktion der sicheren Basis für das Kind übernehmen kann. Der Aufbau dieser Beziehung dauert in der Regel ca. 6-14 Tage.

Wie verläuft die Eingewöhnungszeit nach dem „Berliner Modell“?

In der dreitägigen Grundphase halten Sie sich zusammen mit Ihrem Kind in den Räumen der Kita auf. Während dieser Zeit sollte kein Trennungsversuch unternommen werden, sie sollten ihr Kind immer mitnehmen, wenn Sie einen Raum verlassen möchten. Ebenso werden pflegerische Aufgaben, wie z.B. das Wickeln von Ihnen ausgeführt. Ihr Kind bringt so ihm vertraute Aktivitäten mit der neuen Umgebung in Verbindung. Die Erzieherin unterstützt Sie bei den verschiedenen Aktivitäten, so dass Ihr Kind lernt, auch diese in Verbindung zu den Aktivitäten zu setzen.

1. Tag: Sie besuchen mit Ihrem Kind für eine Stunde die Kita. Die Bezugserzieherin begrüßt Sie  und nimmt ersten Kontakt zu Ihrem Kind auf. Sie halten sich in den Räumen auf, sollten aber nicht aktiv mitspielen.
2./3. Tag: Wieder kommen Sie für eine Stunde in den Kindergarten. Die Erzieherin versucht über Spielangebote Kontakt zu Ihrem Kind aufzunehmen, mit Ihm ins Gespräch oder in Blickkontakt zu kommen. Sie übernehmen dann immer mehr die passive Rolle und halten sich in einer ruhigen Ecke des Raumes auf. Sollte Ihr Kind sich in diesen drei Tagen der Bezugserzieherin angenähert haben und nur noch selten den Kontakt zu Ihnen suchen, kann am 4. Tag der erste Trennungsversuch unternommen werden.
4. Tag: In Absprache mit der Bezugserzieherin können Sie für ca. 10 Minuten den Raum verlassen. Wenn sich Ihr Kind einem Spiel zugewandt hat, verabschieden Sie sich kurz und verlassen den Raum, bleiben aber in der Einrichtung. Weint Ihr Kind, lässt sich aber nach wenigen Augenblicken wieder beruhigen, ist alles in Ordnung. Beruhigt Ihr Kind sich nicht, holen wir Sie sofort wieder in den Raum zurück.
5. Tag: Heute können sie für ca. ½ Stunde den Raum verlassen. Wenn Ihr Kind es zulässt können von der Bezugserzieherin auch pflegerische Aufgaben übernommen werden.
6. Tag: Heute können Sie die Trennungszeit in Absprache mit der Bezugserzieherin nochmals weiter ausdehnen.
Sollte sich Ihr Kind am vierten Tag noch nicht auf einen Trennungsversuch einlassen oder ist es noch sehr unsicher, verlängert sich die Grundphase des Kennenlernens und die ersten Trennungsversuche beginnen erst nach 6 Tagen.
Der Zeitraum beträgt hier immer noch zunächst eine Stunde täglich und wird dann, je nach Sicherheit des Kindes individuell gesteigert. Hier ist eine enge Absprache zwischen Ihnen (Bezugsperson) und der Erzieherin (Bezugserzieherin) von großer Wichtigkeit.
Als Hilfe und Orientierung werden die zeitlichen Absprachen für Sie und uns schriftlich festgehalten und dokumentiert.
Ende der Eingewöhnung
Wenn Ihr Kind sich aktiv mit seiner Umwelt auseinander setzt, sich in Belastungssituationen der Erzieherin zuwendet und sich von ihr trösten lässt, hat diese die Funktion als „sichere Basis“ übernommen und die Eingewöhnung ist abgeschlossen.
WICHTIG: Sie sollten sich immer kurz von Ihrem Kind verabschieden und sich nicht heimlich aus dem Raum schleichen. Ansonsten setzen Sie das Vertrauen Ihres Kindes aufs Spiel und müssen damit rechnen, dass Ihr Kind Sie nicht mehr aus den Augen lässt, aus Sorge allein gelassen zu werden.
Was ist hilfreich während der Eingewöhnungszeit:

  • Nach Möglichkeit sollte der Besuch der Kita nicht zeitgleich mit dem Beginn der Berufstätigkeit sein, damit sie zeitlichen Spielraum haben und nicht unter Druck stehen.

  • Einen Urlaub sollten Sie nach Möglichkeit nicht kurz nach der Eingewöhnung planen.

  • Regelmäßige Abholzeiten erleichtern Ihrem Kind anfangs den Einstieg.

    Vertraute Gegenstände, wie ein Kuscheltier, Schmusetuch etc. können Ihrem Kind in dieser Zeit helfen.